Schottland ist strange. Es ist jetzt unser vierter Tag hier und wir wundern uns sekündlich über so manache Eigenart. Bei unserer Ankunft in Edinburgh lief eigentlich alles nach Plan. Unser Mietwagen, ein Ford Focus der sich trotz falschrum eingebautem Lenkrad ganz gut durch die Kurven jagen laesst, und auch das Hostel waren gebucht und bereitgestellt. Das Hostel in Edinburgh war den Umständen entsprechend - in der Nähe zur New Town und trotzdem relativ preiswert, da darf man natürlich nicht zu viel erwarten. Den Abend haben wir in erstmal Edinburgh erkundet und bei ein paar Pint wieder Kraft vom anstrengenden Flug getankt. Am nächsten Tag haben wir uns dann wie üblich wieder ein wenig der Kultur verschrieben und sind durchs Castle gewandert, haben die Old Town erkundet und uns ein paar Kirchen angesehen. Gegen Mittag sind wir dann Richtung Falkirk aufgebrochen. Dem geneigten Zuschauer von Discovery Channel wird dabei wohl das Falkirk Wheel einfallen. Ein Schiffshebewerk, dass architektonisch wirklich ganz interessant ist. Den Antonuis Wall haben wir im Callander Park bestaunt und nachdem wir in unserem B&B ein wenig entspannt haben sind wir auf Nahrungssuche gegangen. Das ist hier schon ein wenig schwieriger. Denn irgendwie hören die Pubs gegen 17Uhr auf Essbares anzubieten und so wirklich üppig ist sie Auswahl an Speiselokalen auch nicht wirklich. Wir sind dann nach mehreren Umwegen in einer Sportsbar gelandet und haben uns mit Burger und Chips abgefunden. Am nächsten Morgen sind wir dann nach einem relativ brauchbaren Frühstück in Richtung Glasgow getuckert. Die in Rudeln auftretenden Kreisverkehere hat Beni, der aus Kostengründen ja der dedicated Driver für den Mietwagen ist, mittlerweile ganz gut im Griff und auch das Schalten klappt recht ordentlich. In Glasgow haben wir uns mal ein wenig das Science Center angesehen, aber dann schnell beschlossen, dass uns da zu viele Schulkinder sind. Wir sind dann zur School of Art (dem geneigten Kunstkenner ist hier sicherlich Charles Rennie Mackintosh ein Begriff) gefahren und haben uns ein wenig die Abschlusswerke der Students angesehen. Danach ging es dann auch endlich zur ersten Destille auf unserer Tour. Glengoyne mit Destille in den Highlands und Lagerhäusern in den Lowlands war daher unser Ziel. Die Tour durch die Anlage war interessant und auch die Verkostung eines 17jährigen Single Malts sehr ansprechend. Weiter ging es danach in Richtung Loch Ness. Über Stock und Stein, vorbei am Grab von Rob Roy und an etlichen beeindruckenden Gotteshäusern sind wir dann am späten Abend auch in Fort Augustus angekommen. Neben einigen Schlössern auf dem Weg dahin ist das kleine Beschauliche Dorf am Anfang von Loch Ness aber auch nicht wirklich so sehr erwähnenswert. Kleiner Tip: Auch wenn da eine Bank off Scotland vor Ort ist, heißt das noch lange nicht, dass es da einen Geldautomat gibt. Von Nessy haben wir leider nichts gesehen. Wahrscheinlich war sie gerade auch im Urlaub. Dafür haben wir einen heiteren Abend mit Chinesen, Aussies und einigen Schotten im Hostel verbracht - natürlich nicht ohne auch noch den ein oder anderen Malt zu testen. Der folgende Morgen war entsprechend ein wenig anstrengender als geplant. Der Weg ist das Ziel... Wir machten uns also auf nach Dufftown (hallo Homer...). vorbei an Elgin und dessen verfallener Cathedrale ging es dann in die Highlands. Hier folgten nun Destillerie nach Destilliere, was wohl auch den Spruch erklärt "Rom was built on seven hills, Dufftown stands on seven stills". Neben so bekannten Namen wie Glenfiddich, wo wir aber brav wie wir sind nur einen Kaffee hatten und Glen Grant oder Glenfarclas finden sich hier auch einige kleinere Destillen. Die Verkostung bei Glenfarclas konnten wir natürlich nicht ablehnen und ich muss zugeben, das Gestränk schmeckt tatsächlich. Und wenn mir jemals wieder einer einen Whisky anbietet, der jünger als 12 Jahre ist schicke ich ihn hier her auf Erkundungstour. Jetzt sitzen wir gerade im B&B und ruhen uns aus... Es geht ja schliesslich morgen wieder weiter in Richtung Pitlorchy...
Geschrieben von Nico Schuster
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