Wir stehen also am Strand von Orepuki und uns pfeift der Wind um die Ohren. Trotzdem war es eigentlich ein netter Abend und auch eine - bis auf eine kleine Störung durch an die Frontscheibe prasselnden Regen - eine angenehme Nacht. Am nächsten Morgen geht es dann weiter durch die Catlins in Richtung Dunedin. In den Caltins, die so ziemlich am Besten das darstellen, was sich der gemeine NZ-Urlauber vorstellt - grüne Wiesen und Schafe - übernachten wir kurz irgendwo auf einem Feldweg. Also wir parken nun fast auf dem Feldweg, der erste Versuch Sepp neben den Weg zu stellen wurde damit bestraft, dass wir im Schlamm stecken geblieben sind.

Aber als Mann weiß man sich ja zu helfen... anyway, der Abend in den Catlins war schön. Es gab ein Mischmasch-Essen und das Wetter am nächsten Tag war auch schön. Wir machten uns also wieder auf und haben auf dem weiteren Weg noch die Cathedral Caves besucht, die eigentlich nur zu Ebbe zugänglich sind - wie durch ein Wunder waren wir tatsächlich exakt pünktlich und das obwohl wir ohne Wecker aufgestanden sind und eigentlich keinerlei zeitliche Planung hatten.
Am Abend kamen wir dann in Dunedin an. Eine Großstadt quasi mit ihren ca. 100.000 Einwohnern. Und very british. Aber irgendwie nett. Wir haben einen Teil des Abends damit verbracht das empfohlene japanische Restaurant zu suchen, waren aber damit erfolglos und haben dann auf chinesisch gewechselt und sind im "Asian" mit einem Gedeck für Zwei, das problemlos auch für 4 gereicht hätte, verwöhnt worden. Auf dem Weg zurück ins Hostel - frei nach Harry Potter Hogwartz genannt haben wir dann noch einige lustige Wandmalereien fotografiert.

Es hat uns in Dunedin sehr gut gefallen und darum haben wir beschlossen einfach eine Nacht länger zu bleiben. Tagsüber hattee Jessi dann wieder absolut ihre weibliche Seite entdeckt und sich auf die Jagd nach Schuhen gemacht während ich nach einem vergeblichen Versuch den Hafen schön zu finden eigentlich ausser meiner Wäsche ziemlich gar nichts gemacht habe. Abends gab es dann ein interessantes Essen aus Kartoffeln und Gemüse und danach haben wir uns noch - ebenfalls eine Empfehlung die wir auf dem Weg hierher bekommen haben - ins Captain Cook, einem sportlichen Studentenpub, wo wir uns noch ein paar Bierchen gegönnt haben.
Die Catlins und Dunedin hatten wir somit hinter uns gebracht. Nächster Halt: Oamaru. Auf dem Weg dorthin schauen wir uns natürlich noch die Boulders an. Manch einer möge sagen "runde Steine die im Meer liegen" aber eigentlich sind es ja auch... äh.. ja, genau, runde Steine die im Meer liegen - die waren natürlich nicht immer Rund und es hat ein wenig mit der Entstehungsgeschichte von NZ zu tun, aber das würde jetzt zu weit führen. Drum an der Stelle einfach ein Buildl.

Die Boulders liegen übrigens direkt neben Moeraki, einem kleinen Dörfchen ein wenig abseits des Highway. Sehr nett. Dort sind wir dann auch Lunchen gewesen... Fish & Chips im einzigen Restaurant am Platz. Wir hatten die Kinderportion. Jeder eine. Und jeder hat die Hälfte geschafft. Es war ersten sehr fettig und zweitens einfach verdammt viel. Wenn ein Kind mit sowas groß wird, dann ist es vorprogrammiert, dass es mit ca. 30 an verfetteter Leber stirbt oder einfach irgendwann nicht mehr aufstehen oder aus dem Haus kann, weil der Körperumfang es nicht mehr gestattet. Mir wurscht. Wir fahren weiter nach Oamaru.

Oamaru ist eigentlich ein wenig bekannter hier, weil es eine, nein sogar zwei, Pinguinkolonien hier gibt. Die kleinen mit den blauen Augen und die unwesentlich größeren mit den gelben Augen. Nachdem wir uns diese possierlichen Tierchen aus einiger Entfernung (die stehen glaub nicht so auf Menschen) angesehen haben und uns dabei kösltich amüsierten, weil es gar so drollig aussieht wenn sie am Strand rumwackeln, sind wir im OldBones Hostel abgestiegen. Ein toller Platz um zu relaxen. Es gibt Kaminfeuer, einen großen Living-Room, nur angenehme Leute, einen großen Hund namens Humphrey, einen kleinen Hund namens Bonnie und einen extrem freundlichen Chef namens Simon.
Tja, und genau darum sind wir nun auch nicht wie geplant eine sondern schon drei Nächte hier. Den Weg zum Mt. Cook sparen wir uns. Berge konnten wir schon genug sehen. Hier ist es einfach zu relaxed um gleich wieder stressig das nächste Ziel anzusteuern.
Die Nachmittage haben wir daher mit Cafétrinken (im Woolstore Building gibts übrigens auch hammerleckerschmecker Schoko-Haselnuss-Torte), in Buchläden (juhu, ich habe wieder Exemplare von vor 1940 erstanden *freu*) und auch mit einem kurzen Ausflug zu den Elephant Rocks, wo die Chronicles of Narnia gedreht wirden, verbracht. Die Abende wurde gekocht, wobei ich Jessi an der Stelle mal ganz offiziell als gute Köchin loben muss (vor allem das Geburtstagsdinner war sehr nett gemacht!!), und darauf folgend vor dem Kaminfeuer lesender oder schreibender Weise verbracht.
Just im Moment sitze ich als letztes Überbleibsel des Abends vor dem Kamin und blogge. Es gab noch die Reste von gestern und dazu Spargel von zwei netten Engländerinnen, die im Gegenzug Apple Crumble von Jessi bekommen haben. Nebenher haben ein paar Franzosen Crayfish (ich würde es als kleiner Hummer bezeichnen) zubereitet. Ein sehr schöner Abend muss ich sagen. Schade, dass wir weg müssen. Ich würde gerne noch länger bleiben, so entspannt habe ich mich schon seit ewigkeiten nicht gefühlt.
Geschrieben von Nico Schuster
in personal, the world around me
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Als PDF ansehen: Dieser Artikel | Dieser Monat | Vollständiges Blog
Als PDF ansehen: Dieser Artikel | Dieser Monat | Vollständiges Blog
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks
Layout by Ricky Wilson | Serendipity Template by Carl Galloway | Login
About Me
Nico - that's me.
Read More






